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- Pressemitteilung NABU Naturschutzbund Deutschland e.V. vom 12.07.2017 -

Grafiklogo mit Text auf Weißem Grund in Schwarz, Blau und Grau. Grafik links: Ein auffliegender Storch in Schwarz durchfliegt einen grauen, nach rechts spitz auslaufenden Bogen. Text unten rechts in Blau, kursiv: NABU
Grafik Querformat: Ein grafischer Blick in einen Garten mit NABU-Logo oben links. Bildmitte: Links, in kräftigen gesunden Farben eine Tomatenpflanze, ein Salatkopf sowie eine Karrotte mit Augen, welche erschrocken nach oben rechts blicken; neben diesem Gemüse eingegangene Gemüsepflanzen in Gelbtönen. In der Ecke oben rechts, eine gelbe Wolke, aus der eine Schwarze Hand mit einer gelben Sprühflasche in Richtung auf die bereits geschädigten Pflanzen ragt. Direkt unterhalb des Sprühkopfes eine Gelbe Wolke mit einem Schwarzen Totenkopf und zwei gekreutzten Knochen darunter. Um die Hand und die Sprühflaschen ein Ring mot diagonalen Balken in Schwarz. Auf dem Ring der Text: GLYPHOSAT, in Gelb.
NABU-Protestaktion gegen Glyphosat
Bild: © NABU/Diana Neumerkel

NABU: Vorschlag zur Glyphosat-Wiederzulassung missachtet schädliche Folgen für Natur

Leif Miller: Anwendung im Privatbereich muss verboten werden

Berlin, 12. Juli 2017 – Der NABU kritisiert den am gestrigen Dienstag bekannt gewordenen Vorschlag der EU-Kommission zur Wiederzulassung von Glyphosat. Dieser missachtet die negativen Auswirkungen des Pflanzenschutzmittels auf Tiere und Pflanzen. Auch sieht der Entwurf weder eine Beschränkung der Privat-Anwendung im Haus- und Kleingartenbereich vor noch ein Verbot des Abspritzen von reifem Getreide zur erleichterten Ernte. Auf städtischem Grün, wie Parkflächen und Kinderspielplätzen, wird lediglich empfohlen, die Anwendung zu reduzieren – anstatt sie zu verbieten. Am kommenden Mittwoch soll der Vorschlag dem EU-Agrarausschuss zur Abstimmung vorgelegt werden.

"Inzwischen besteht kein Zweifel mehr daran, dass Glyphosat eine ganze Reihe schädlicher Auswirkungen auf die Natur hat. Der jetzige Vorschlag ist eine Enttäuschung für den Umwelt- und Naturschutz in Europa. Außerdem wird der falschen Anwendung im Haus- und Kleingartenbereich weiter Tür und Tor geöffnet", kritisierte NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. Der NABU appellierte an die Bundesregierung, die Vermeidung negativer Folgen für die biologische Vielfalt zur Bedingung einer Wiederzulassung zu machen. Die Anwendung im Privatbereich muss nach Ansicht der Naturschützer gänzlich verboten werden.

Foto Querformat: Der obere Teil einer grünen Plastikflasche; Text in verschiedenen Schrifttypen und Farben, mehrzeilig: Anwendungsfertig - ROUNDUP - UNKRAUTFREI
Glyphosathaltiges Unkrautvernichtungsmittel "Round-Up"
Foto: © NABU/ E. Neuling

Jährlich werden allein in Deutschland bis zu 8.000 Tonnen Glyphosat ausgebracht. Auf fast der Hälfte aller landwirtschaftlichen Flächen findet das Breitbandherbizid Anwendung. Dabei schädigt es auch seltene Ackerwildkräuter und Insekten, die wiederum Nahrungsquelle zahlreicher, teils gefährdeter Feldvögel sind. "Glyphosat zerstört ganze Nahrungsnetze. Das Pflanzengift heizt damit auch massiv dem Verlust der biologischen Vielfalt in der Landwirtschaft ein", so Miller.

Tierarten wie Goldammer, Vierfarbige Kuckuckshummel oder Großer Abendsegler, aber auch Ackerwildkräuter wie das Rundblättrige Hasenohr, die Gewöhnliche Kornrade oder der Lämmersalat stünden stellvertretend für alle Arten, an deren Rückgang Glyphosat Anteil habe. Zudem sieht der jetzige Entwurf keinen Ausgleich zur Kompensation des Glyphosat-Einsatzes vor, wie etwa Blühstreifen oder Brachflächen. Eine Verlängerung der Zulassung widerspräche darüber hinaus der EU-Pestizid-Verordnung. In ihr ist die biologische Vielfalt als eigenständiges Schutzgut im Pflanzenschutzrecht festgeschrieben.

Der NABU ruft aktuell dazu auf, dem Umweltverband jene Händler zu melden, die Glyphosat oder ähnliche Mittel verkaufen, etwa lokale Bau- oder Gartenmärkte oder Online-Händler. Ziel ist es, nach zahlreichen Baumärkten, nun auch die Online-Händler dazu zu bewegen, glyphosathaltige Mittel aus ihrem Sortiment zu nehmen: www.NABU.de/glyphosat-melden - Aktion bis zum 7. August 2017.
Auf dieser NABU-Seite finden Sie zudem weitere Informationen & Verbindungen im Thema Glyphosat.


Grafiklogo mit Text auf Weißem Grund in Schwarz, Blau und Grau. Grafik links: Ein auffliegender Storch in Schwarz durchfliegt einen grauen, nach rechts spitz auslaufenden Bogen. Text unten rechts in Blau, kursiv: NABU

Über NABU

NABU – Naturschutzbund Deutschland e.V.
Der Naturschutzbund Deutschland e. V. (NABU) ist eine deutsche nichtstaatliche, gemeinnützige Organisation, die sich vor allem konkreten Zielen des Naturschutzes im In- und Ausland zuwendet, etwa dem Schutz von Flüssen, von Meeren, von Wäldern oder einzelner Tierarten.
Vom Staat ist der Verein als Umwelt- und Naturschutzverband (im Rahmen des Bundesnaturschutzgesetzes) anerkannt und muss daher bei Eingriffen in den Naturhaushalt angehört werden. Außerdem verfügt er aus dem Umwelt-Rechtsbehelfsgesetz über ein Recht zur Verbandsklage.
Die Bundesgeschäftsstelle hat ihren Sitz in Berlin.
Im Jahr 1899 wurde der NABU in Stuttgart von Lina Hähnle als "Bund für Vogelschutz" gegründet.
Deutschlandweit sind über 2.000 NABU-Gruppen aktiv.

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Die Startseite von NABU – Naturschutzbund Deutschland e.V.: https://nabu.de.

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- Veröffentlichung dieser Seite am 12. Juli 2017 -