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- Originale Pressemitteilung vom P.E.N.Zentrum Deutschland vom 21. April 2008 -

Grußadresse des deutschen P.E.N. Zentrums
an Mumia Abu-Jamal
Anlässlich der Solidaritätsveranstaltung am 17.4.2008 in Berlin

Darmstadt, 21. April 2008 - Am 26. Juli 2007 hat der Vorstand des American P.E.N.-Center in New York unseren US- Kollegen Mumia Abu-Jamal als Vollmitglied aufgenommen. Mit Blick auf seine besondere Lage – er muss seiner Arbeit als Schriftsteller und Journalist in einem US-Todestrakt nachgehen – heißt es im Schreiben an Abu-Jamal: »Egal wo Sie leben, haben Sie viele Möglichkeiten, sich an der Arbeit des P.E.N. zu beteiligen. (...) Sie sind jetzt Mitglied einer internationalen Gemeinschaft und kommen in den Genuss wechselseitiger Privilegien der 141 P.E.N.-Zentren auf der Welt.«

Das P.E.N.-Zentrum Deutschland hatte für den 17. April 2008 im Berliner Brecht-Haus einen »Abend für Abu-Jamal« angesetzt. Sein Fall wurde aufgerollt und die P.E.N.-Mitglieder Brigitte Burmeister und Lothar Trolle sowie der Schauspieler Rolf Becker lasen aus Abu-Jamals Texten.

Ein Vierteljahrhundert sitzt der Journalist und fünffache Buchautor Mumia Abu-Jamal, ehemaliger Aktivist der Black Panther, wegen angeblichen Polizistenmords in der Todeszelle. Aber die Beweismittel sind dürftig und Manipulationen aus rassistischen und politischen Gründen naheliegend. Zahlreiche entlastende Beweise der Verteidigung wurden bislang gerichtlich nicht zugelassen. Zuletzt hat das US-Bundesberufungsgericht am 27. März 2008 entschieden, dass das Todesurteil zwar nicht vollstreckt werden, er aber weiterhin wegen Mordes verurteilt bleiben soll. Das würde bestenfalls für ihn nach Rechtskraft der Entscheidung bedeuten, dass er zeitlebens in einem Hochsicherheitsgefängnis eingesperrt bleibt.
Noch sitzt er aber im Todestrakt, und die Gefahr der Hinrichtung ist nicht gebannt, da die Staatsanwaltschaft Berufung eingelegt hat.

In den über 26 Jahren seiner Haft hat Abu-Jamal nicht nur einen mutigen Kampf für ein neues Verfahren, sondern generell gegen die Todesstrafe geführt. Mit seinen Schriften und Hörfunkbeiträgen gegen die Todesstrafe, gegen Unrecht, Rassismus und Krieg, ist er zu einem anerkannten Autor und Sprecher jener geworden, die sich allen Formen der Barbarei widersetzen. Wie kein zweiter hat Abu-Jamal dem Kampf gegen die Todesstrafe ein Gesicht gegeben. Er darf nicht jenen Kräften ausgeliefert bleiben, die seine Hinrichtung in einen Sieg über alle Gegner der Todesstrafe verwandeln wollen.

Unserem Kollegen Mumia Abu-Jamal kann Gerechtigkeit nur widerfahren, wenn der Prozess von 1982 vor einer Jury völlig neu aufgerollt wird. Wir unterstützen Mumia Abu-Jamal und sein Verteidigerteam, geleitet von seinem Hauptanwalt Robert R. Bryan aus San Francisco, und fordern mit ihnen gemeinsam dieses neue und faire Verfahren für Mumia Abu-Jamal.

Unterstützt wurde der »Abend für Abu-Jamal« von: Literaturforum im Brecht-Haus, Republikanischer Anwältinnen- und Anwälteverein (RAV) e. V., Rechtsanwaltskammer (RAK) Berlin, Internationales Verteidigungskomitee (IVK) in Bremen.

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Weitere Informationen im Internet:

Die Internetpräsenz vom P.E.N.-Zentrum Deutschland erreichen Sie unter: www.pen-deutschland.de.

Den American P.E.N.-Center in New York: www.pen.org.

Die Startseite der Internetpräsenz vom International PEN: www.internationalpen.org.uk


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